Sonntag, 16. April 2017

Sarajevo - Highlights und Schattenseiten

Ähnlich wie in Mostar sind auch in Sarajevo die Aussenquartiere in einem schlimmen Zustand. Ganze Wohnblöcke sind gesprenkelt mit Einschusslöchern und zeigen die bewegte Geschichte des Landes, ohne dass man ein Museum besuchen muss. Im Stadtzentrum ist die Lage ordentlicher. Mein Hostel liegt direkt neben dem Miljacka Fluss, von wo die Altstadt problemlos zu Fuss erreichbar ist.



An manchen Stellen wirkt dieser ältere Teil ziemlich künstlich. Das liegt wahrscheinlich an den vielen Restaurants und Shops die hier links und rechts neben der Strasse aufgereiht wurden. Mein Spaziergang führt mich zu dem türkischen Basar. Durch eine Glastüre betritt man eine kleine überdachte Allee, welche mich sofort an den grossen Basar in Istanbul erinnert. Entlang dieser Allee werden verschiedenste Nützlichkeiten und Unnützlichkeiten verkauft. Die Verkäufer sind aber glücklicherweise überhaupt nicht aufdringlich, und ich kann mich ungestört umschauen.



Wieder an der frischen Luft fällt mir auf, wie gross der islamische Einfluss auf diese Stadt ist. Die zentralste Moschee ist die Gazi-Husrev-Beg-Moschee. Schuhe aus, und rein. Ich schätze es sehr, dass es hier auch für Touristen so einfach und unproblematisch ist, diese Orte zu besuchen. Ein bisschen ausserhalb der Altstadt finde ich eine kleine orthodoxe Kirche. Anders als in katholischen und reformierten Kirchen sind hier keine Sitzbänke auf einen Altar ausgerichtet zu finden. Der Raum ist rund und nur an den Wänden stehen einzelne Stühle. Im Zentrum liegt auf einem Pult ein Bild von einem Heiligen.



Die Hauptstadt von Bosnien-Herzegovina hat aber auch eine wildere Seite. Im neuen Zentrum befindet sich ein modernes Einkaufszentrum und direkt gegenüber eine grosse Leinwand, die nach Aufmerksamkeit schreit. Vorbild muss hier auf jeden Fall der Picadilly Circus in London oder sogar der Times Square in New York gewesen sein. Von solchen Dimensionen ist Sarajevo aber noch weit entfernt.


Wer genug von der Stadt gesehen hat, dem empfehle ich eine Mini Wanderung zum Sunnyland, etwas über der Stadt in den Bergen. Sunnyland ist ein ambitionierter Freizeitpark, mit der momentan noch einzigen Achterbahn in Bosnien-Herzegovina. Für mich als grosser Freizeitpark Enthusiast ist es interessant die Reaktionen der Einheimischen auf dieses Konzept zu sehen, wo doch zum Beispiel eine Achterbahn etwas komplett Neues für sie ist.



Ich verlasse Sarajevo ein bisschen unschlüssig, denn ich weiss nicht wirklich was ich von dieser Stadt halten soll. Sie ist nicht gross wie Zagreb, aber auch nicht klein wie Ljubljana. Sarajevo gleicht Istanbul, aber auch Budapest. Irgendetwas dazwischen, was auch immer.
 

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